Vortragsabend "Need No Speed"

Immenreuth. (mez) Im Rahmen der Drogenprävention "Need No Speed" referierte Kriminalhauptkommissar Klaus Schwarz von der Kripo in Weiden zum Thema "Crystal Speed" beim Sportverein. Über einhundert Besucher jeder Altersklasse konnte hierzu der zweite Vorsitzende Jürgen Lautner im voll besetzten Sportheimsaal begrüßen. Auch viele Zuhörer aus anderen örtlichen Vereinen nahmen an dem Informations- und Aufklärungsabend teil. Der Referent betonte, wie wichtig ein intaktes soziales Umfeld ist. Vor allem bei Mannschaftssportarten in Vereinen ist die Gefahr oftmals geringer, Konsument von derartigen Drogen zu werden. Wie ernst die Zuhörer das Thema nahmen, zeigte auch die anschließende Diskussion.

 

Alkoholmissbrauch ist nach wie vor das größte Drogenproblem, das wir haben, so der Kriminalhauptkommissar eingangs. Crystal Meth ist aber stärker und gefährlicher als andere Drogen, verdeutlichte der Referent, als er auf die Bestandteile der meist kristallförmigen und weißen Droge einging. Sie macht sehr schnell abhängig und verursacht oft schwerste oft irreparable gesundheitliche Schäden. Crystal Speed kann zum Beispiel geraucht oder geschnupft werden, beschädigt aber schon bei der Aufnahme die Atemwege. Der Crystal-Abhängige hat ein weit vermindertes Schmerzempfinden. Die Droge macht eingangs glücklich, man fühlt sich zuversichtlich und voller Energie. Was aber unweigerlich folgt, ist der mentale Absturz und vor allem der körperliche Verfall.

 

Crystal Speed wird von allen Altersklassen und sozialen Schichten konsumiert, berichtete der Referent, der selber Vater von vier Kindern ist. Kinder in sozial gehobenen Niveau gehören dabei ebenso zu den Konsumenten wie sozial Schwache. Aber auch junge Mütter und Erwachsene mit beruflichen Stress greifen zu der Droge in der Annahme sich ja im Griff zu haben. Das bei der ersten Einnahme oft auftretende Glücksgefühl wird aber nie mehr erreicht, berichten Abhängige, die sich in Behandlung gaben. Dennoch wird man schnell süchtig und die eigene Persönlichkeit wird schnell zerstört, was sich selbstverständlich auch auf das soziale Umfeld auswirkt. Der alleinige Lebensmittelpunkt ist dann der Drogenkonsum, alles andere wird vom Abhängigen verdrängt.

 

Bisherige Erfahrungswerte zeigten, dass wenn ein Abhängiger bereit ist, sich helfen zu lassen, unverzüglich konkrete und vor allem professionelle Hilfe herangezogen werden muss. Bezugnehmend auf das soziale Umfeld betonte Schwarz, dass die Droge ganze Familien fix und fertig macht. Es gibt Tränen, Wutausbrüche, Streit bis hin zur körperlichen Gewalt. Die Abhängigen belügen sich suchtbedingt meistens selber, ja damit aufhören zu wollen, ohne zu merken, dass man selbst nicht einmal mehr wahrnimmt, keinen Unterschied mehr machen zu können zwischen Dein und Mein. Strafdelikte wie Diebstahl dienen dabei dem einzigem Zweck, um an Geld für die Droge zu kommen.

 

Crystal Speed ist ein Nervengift, dass ihren Körper unweigerlich langsam zerfrisst. Oftmals ist dem Konsumenten unbekannt, dass die Droge mit Batteriesäure, Abflussreiniger, Lampenöl oder auch Frostschutzmitteln hergestellt wird. Gehandelt wird es unter anderem auf den Vietnamesenmärkten im benachbarten Ausland, wo der Handel mit Bekleidungsplagiaten und teilweise auch mit Zigaretten zusammengebrochen ist und die Händler so versuchen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Wer größere Menge davon schmuggelt, erhält dabei schnell eine Haftstrafe von sechs bis sieben Jahren, ging der Kripobeamte auf deutsche Gerichtsurteile ein. Bei einer Abgabe an Jugendliche oder beim Besitz oder der Einfuhr einer nicht geringen Menge bereits ab fünf Gramm folgt eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr.  Im Straßenverkehr folgt der sofortige Einzug der Fahrererlaubnis. Der einzige Weg über die Drogenproblematik her zu werden, ist einfach "NEIN!" zu sagen, so werden Helden geboren, betonte Schwarz.

 

Wie sehr das Thema die anwesenden Eltern, Jugendlichen und teils auch Großeltern beschäftigt, zeigte auch die anschließende Fragerunde. Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen bezeichnete der Redner dabei als sehr gut, was in den Medien gerne oft anders dargestellt wird. Dennoch tun sich beide Seiten bei der Ergreifung von Straftätern oft sehr schwer. Das Strafmaß in der Tschechei für die Herstellung und den Vertrieb der Droge ist viel geringer als bei uns in Deutschland, was sich aber hoffentlich bald ändern wird, so Klaus Schwarz. Die Bezirkskliniken haben immer mehr Fälle von Crystal Speed-Patienten. Kein Wunder, so der Experte, bei Import und Konsum verzeichnet die Polizei eine jährliche Steigerungsrate von bis zu dreistelligen Prozentzahlen.

 

Nachdem auch viele Vereinsvertreter anwesend waren, informierten sich diese, wie man sich zum Beispiel beim Organisieren von Festen verhalten soll, wenn man den Handel oder auch den Konsum der Droge feststellt. In solchen Fällen rufen sie sofort die Polizei oder geben die Info an die anwesende Security weiter, empfahl der Redner. Weitere Fragen, wie sich Jugendbetreuer verhalten sollen, wenn sie einen Drogenkonsum der ihnen Schutzempfohlenen bemerken, sowie das gegenseitige Verhalten von Jugendlichen untereinander bei Discobesuchen, sorgten ebenso für Gesprächsstoff. Bemerkenswert ist, wie wichtig die Vereinszugehörigkeit von Jugendlichen ist, so Schwarz abschließend, der selber als Jugendbetreuer aktiv ist. Vor allem Jugendliche, die an Mannschaftssportarten teilnehmen, verfallen viel weniger dem Drogenkonsum.       

 

 

 

 

 

 

 

 

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